Interview mit Heilpraktiker Martin Kaiser

Seit Kurzem umfasst unser Gesundheitsangebot auch spezielle Kurse, bei denen Sie die wertvollen Lehren des Yoga kennenlernen, mit Coaching Ihre innere Balance finden oder sich das Rauchen abgewöhnen können.

Verantwortlich für die fachgerechte Durchführung der Kurse ist Heilpraktiker für Psychotherapie Martin Kaiser, der in Bad Füssing eine erfolgreiche Praxis für Stressbewältigung und Persönlichkeitsentwicklung leitet.

Um unseren Gästen einen Einblick in sein umfassendes Repertoire zu geben, hat sich Herr Kaiser bereit erklärt, sich unseren Fragen zu stellen. Viel Spaß bei einem Exkurs in die Welt der alternativen Heilverfahren.

Hallo Herr Kaiser, wir würden Sie bitten, sich unseren Gästen kurz vorzustellen.

Martin Kaiser: Ich bin 49 Jahre alt, Vater von drei Kindern, Partner in einer Beziehung, liebe die Natur und folge seit einigen Jahren meiner Berufung, mit meinem angesammelten Wissen Lebensfreude, Liebe und Glück zu vermitteln.

Wie wird man Heilpraktiker für Psychotherapie?

Martin Kaiser: Im Grunde kann die Ausbildung jeder machen, der die Kriterien zur Zulassung für die amtsärztliche Prüfung erfüllt. Das Gesundheitsamt legt die Kriterien für die Prüfung fest. Ich persönlich habe mich dazu entschieden, weil es mir die Möglichkeit bietet, geprüftes fundiertes psychologisches Grundwissen mit meinen Fähigkeiten der Heilkunst zu kombinieren und anzuwenden. Wer sich für den Beruf des Heilpraktikers entscheidet, bringt meistens die persönliche Fähigkeit mit, Heilkunde auszuüben.

Heilpraktiker ist eine Berufung, die die wissenschaftliche, medizinische Herangehensweise um naturheilkundliche Verfahren auf körperlicher wie auf seelischer Ebene ergänzt. Die Ausübung des Heilberufes lässt die Ausübung vielerlei ganzheitlicher Heilverfahren zu, welche aus wissenschaftlicher Sicht in der klassischen Medizin nicht zu vertreten sind. Dem ist sich jeder Heilpraktiker bewusst.

Haben Sie auch schon andere Tätigkeiten ausgeübt?

Martin Kaiser: Ich habe mit 24 Jahren eine Ausbildung im Gartenbau mit dem Meisterbrief abgeschlossen und mich vier Jahre später selbständig gemacht. Nach 15 Jahren Selbständigkeit und sieben Mitarbeitern habe ich den Betrieb verkleinert, um mich meiner Berufung als Heilpraktiker zu widmen.

Sie sind seit 22 Jahren selbstständig, was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Martin Kaiser: Erfolg bedeutet für mich glücklich, zufrieden und gesund zu sein. Erfolg basiert meiner Meinung nach auf dem Erreichen der eigenen Ziele, die auch im Zusammenhang mit dem eigenen Empfinden stehen.

Das erste war es aufzuhören, mich mit anderen zu vergleichen. Denn das, was ich will und kann, braucht keinen Vergleich. Das war bei mir nicht immer so. Erfolgreich zu sein bedeutet für mich heute, immer die Verbindung zu den eigenen Möglichkeiten auf mentaler Ebene zu erfassen. Dem eigenen Gefühl und den positiven Gedanken zu vertrauen ist das Geheimnis für Erfolg.

Die Herausforderungen verstehen und an der Bewältigung der Schwierigkeiten zu arbeiten, anstatt sich in eine Opferrolle zu flüchten. Und dabei nie den Faden zu seinen wahren Bedürfnissen zu verlieren. In Liebe, Frieden und Gelassenheit die Lebensfreude finden. Das bedeutet für mich erfolgreich sein.

Ob und wieviel Geld sie dabei verdienen, ob es anderen gefällt oder ob andere mir zustimmen ist erfolgreichen Menschen nicht wirklich wichtig. Denn in erster Linie lebt man sein Leben für sich.

Die Schwerpunkte Ihrer Praxisarbeit liegen auf Stressbewältigung und Stressmanagement. Haben wir alle zu viel Stress? Was können wir dagegen tun?

Martin Kaiser: Das ist eine sehr große Frage, zu der ich sehr viel zu sagen hätte. Kurz gesagt, haben wir immer dann Stress, wenn wir jemanden oder etwas im Außen zu viel Beachtung schenken und uns selbst dabei zu wenig beachten. Und ich denke diesen Stresszustand kennt jeder.

In jedem von uns selbst liegen bereits die Möglichkeiten, die wir in das Bewusstsein unseres Handelns transportieren können.

Es ist auch wichtig zu verstehen, wie der eigene Stress überhaupt entsteht, warum sich manche Situationen immer wiederholen und welche Möglichkeiten wir in uns haben, uns davon zu befreien. In meinen Kursen und Einzelsitzungen vermittle ich schrittweise die Herangehensweise, um verschiedenste Stressmuster selbständig auflösen zu können.

Wer wie viel Stress hat, ist nur schwer zu beantworten. Wissenschaftliche Studien der WHO besagen, das zurzeit alleine 30% der Arbeitnehmer in Deutschland das Gefühl haben nicht mehr durchzuhalten. Stress beginnt aber schon viel früher, und nicht erst wenn die Belastungsgrenze erreicht ist.

Sie bieten auch individuelle Raucherentwöhnung an. Worin unterscheidet sich Ihr Therapieansatz von herkömmlicher Suchtbewältigung? Was ist das Besondere an Ihrer Methode?

Martin Kaiser: Hierzu kann ich Ihnen sagen, dass es wichtig ist zu verstehen, warum ein Mensch süchtig geworden ist. Jede Sucht ist Versuch einer Befreiung der Seele. Dabei ist es mir besonders wichtig die individuelle Persönlichkeit des Klienten zu beachten.

Meine Entwöhnungssitzungen zielen, ähnlich wie bei einer klassischen Hypnose, darauf ab, das Bewusstsein für tiefliegende Möglichkeiten der Seele zu öffnen. Hat ein Mensch Zugang zu dem Potential realisiert, von dem er vorher vielleicht nicht mal geträumt hat, wird er langfristig ohne Mangelgefühle entscheiden, ob er weiter raucht oder nicht.

Des Weiteren werden in den Sitzungen die negativen Gefühle und Gedanken, welche bei der Sucht entstehen, verstärkt. Dieser Reiz kann in den Gedanken als Verstärker zur Entwöhnung nützlich sein.

Da ich kein klassisch ausgebildeter Hypnosetherapeut nach westlichem Verständnis bin, mich aber nach östlichen Heilverfahren speziell in Schattenarbeit ausbilden haben lassen, handelt es sich in meinen Sitzungen um Auflösungssitzungen des Suchtverhaltens in einen tranceähnlichen Zustand. Ähnlich wie auch bei einer Hypnose.

„Glückscoaching“ klingt schon etwas nach Guru und Motivationskünstler. Was können wir uns darunter vorstellen? Was erwartet einen dabei?

Martin Kaiser: In einem Coaching werden persönliche Ziele genau bestimmt, welche zu einem persönlichen Gewinn führen, in einer festgesetzten Zeit messbar und unter Anbetracht der gegebenen Situation realistisch umsetzbar sind.

Die Motivation für eine Person, in Richtung seiner positiven Ziele des Glücklichseins, zu steigern oder zu wecken ist Teil der Arbeit, besonders wenn sich Personen in ausweglosen, freudlosen Situationen befinden. Wer möchte kein glückliches Leben. In hoffnungslosen Fällen ist erst einmal notwendig dem Leben erst wieder einen Sinn zu geben. Auch das gehört zur Motivationsarbeit. Mit Guru oder Kunst hat das gar nichts zu tun.

Ein Coachingprozess durchläuft mehrere Phasen, welche Schritt für Schritt durchlaufen werden. Ziel des Coachings ist es, mit einem Bewusstsein für glückliche Ziele und Möglichkeiten Stressmuster zu aufzulösen, um am Ende das Ziel zu erreichen.

Das Bewusstsein für Glück schafft die Fähigkeit in einer selbstbewussten zufriedenen Balance in Stresssituationen leben zu können. In der jetzigen Zeit finde ich eine gesunde geistige bzw. psychische Haltung wichtiger denn je.

Was verstehen Sie unter „Achtsamkeit“? Können Sie uns das Konzept dahinter kurz erklären.

Martin Kaiser: Achtsamkeit beschreibt ein konzentriertes Beobachten auf etwas, das sich gerade im Raum befindet. In einer achtsamen Haltung kann die Aufmerksamkeit bewusst und gezielt zu bestimmten Aspekten geführt werden. In einer achtsamen Haltung liegt die Möglichkeit der Erkenntnis über Dinge, wie sie wirklich sind. Die Wirklichkeit geht immer von einem selbst aus.

Achtsamkeit ist eine Grundhaltung in jedem Entspannungsverfahren und in jeder Meditation. In der Haltung der Achtsamkeit geht es um die Wahrnehmung durch Konzentration, was da ist, daraus resultiert unser weiteres Denken über Realität. Es geht nicht um das Bewerten der Dinge.

Je tiefer wir Dinge nur achten, um so wertfreier können sie uns erscheinen, weil sich in einem tiefen Zustand der Achtsamkeit unser Bewusstsein vom objektiven Denken der Bewertung löst. So wie ich mich achte, so achte ich auch mein Gegenüber. Das Erlernen der Achtsamkeit beginnt immer bei einem Selbst. Sie bringt Achtung, Respekt, Liebe und Frieden in unser Bewusstsein.

Sie geben Yoga-Kurse, neuerdings auch hier im Hotel. Was ist Ihre persönliche Lieblingsübung und wieso?

Martin Kaiser: Dazu möchte ich ehrlich sagen, dass ich neben dem Entspannungstrainerschein eine Qi-Gong-Ausbildung gemacht habe, welches ich sehr gerne für mich selbst ausübe. Da Yin-Yoga dem Qi Gong energetisch sehr nahesteht, besonders das entspannende Yin-Yoga, bin ich gerne bereit, dieses besonders energetisierende Yoga im Hotel anzubieten.

Yin-Yoga ist ein passiver Stil, in dem eine Körperhaltung meistens minutenlang gehalten wird. Neben der körperlichen Dehnung findet hier ein Öffnen der Chakren in den Körperregionen statt. Dies wirkt beruhigend und zugleich regenerierend auf Körper und Geist. Hier werden tiefer liegende Faszien, Bänder und Sehnen so wie auch alte Denkmuster gelöst. Yin-Yoga ist ganz klar mein Lieblingsyoga.

Sie bieten in Ihrer Praxis eine breite Palette an Therapien und Seminaren an. Welches Konzept hätten für sich persönlich gerne schon früher gekannt?

Martin Kaiser: Alle Seminare und Kurse sind auf gewisse Lebensthemen und bestimmte Techniken der Stressbewältigung hin zum Glücklichsein ausgerichtet. Es geht immer um ein Problem, welches unsere Gefühle oder Gedanken bestimmt. Und auf der anderen Seite die Möglichkeit in uns Selbst dieses Stress-Problem aufzulösen.

Es handelt sich um eine Dynamik, die ich gerade beschrieben habe, die sich in vielen Schichten unseres Körpers abspielt: Körper, Gedanken, Gefühle, Emotionen, feinstofflichen Körper und Seele.

Jedes Therapieverfahren wurde zur Heilung einer körperlich-psychisch-seelischen Belastung oder Krankheit entwickelt. Therapieverfahren wirken ganzheitlich in allen Bereichen, setzen aber an einem gewissen Punkt der menschlichen Bewusstseinsebenen an.

Dieses Verständnis hätte ich gerne schon als Kind gehabt. Denn dieses Verständnis hat mir die Türe geöffnet, mich selbst und meine eigenen Probleme zu verstehen und mich weiterzuentwickeln. Dafür bin ich heute sehr dankbar.

In Ihrem Beruf erfahren Sie viel über Menschen und ihre Schicksale. Gibt es Geschichten, die Sie besonders berührt bzw. beeinflusst haben?

Martin Kaiser: Ja, die gibt es natürlich. Mit jedem Klienten mache ich eine persönliche Erfahrung.

Man nimmt viele schöne Erfahrungen mit, besonders wenn sich ein Mensch am Ende einer Therapiephase mit einem Brief oder auch persönlich für die Zusammenarbeit bedankt.

Was mich sehr berührt hat, waren zwei frühere Klientinnen, die sich nach über einem Jahr plötzlich gemeldet hatten, um sich bei mir zu bedanken, weil ich ihnen helfen konnte. Das waren meine schönsten Erlebnisse.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.